Historische Alpe soll zu einem lebendigen Erlebnisort für Familien, Schulen und Einheimische werden

Im September 2018 berichtete der Vorsitzende des Bergbauernmuseumvereins Siegfried Zengerle im Hauptausschuss des Immenstädter Stadtrates erstmals von der Möglichkeit, die gut erhaltene Alpe Unterbierenwang aus Oberstdorf / Fellhorn zu übernehmen. Das historische Gebäude würde sich auch optisch hervorragend in das Gelände des Bergbauernmuseums in Diepolz einfügen. Die Stadträte und Bürgermeister Armin Schaupp signalisierten damals ihre Zustimmung zu der Idee und stellten eine finanzielle Unterstützung in Aussicht. Der Tenor war klar: Das Bergbauernmuseum, das zu den Museen der Stadt Immenstadt gehört, könnte dadurch um eine besondere Attraktion bereichert werden.

Im Laufe des Jahres 2019 erwarb der Museumsverein die Alpe schließlich für einen symbolischen Euro. Die Zimmerei Ulrich Kennerknecht baute das Gebäude fachgerecht ab. Die einzelnen Bauteile wurden anschließend in einer Halle in Immenstadt eingelagert.

Nun nimmt das Projekt konkrete Formen an. Bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft „die Aktiven“ erläuterte der Betriebsleiter des Bergbauernmuseums, Thilo Kreier, das inzwischen entwickelte Konzept für die historische Alpe und stellte die geplante Finanzierung vor.

„Ziel ist es nicht, durch den Aufbau der Alpe allein die Besucherzahlen zu steigern. Vielmehr wollen wir die Infrastruktur des Museums stärken und ein nachhaltiges museales Angebot schaffen, das das kulturelle Erbe unserer Region bewahrt und zeitgemäß sowie anschaulich vermittelt“, erklärte Kreier.

Historische Alpe wird zur „Kinderalpe“

Geplant ist, die Alpe oberhalb des Sattlerhofes auf dem Museumsgelände wieder aufzubauen. Im beheizbaren Kellergeschoss sollen unter anderem Technik- und Sanitärräume, ein Seminarraum sowie ein Ausstellungsraum entstehen.

In der historischen Alpe selbst soll ein besonderer Erlebnisort für Familien, Schulklassen und weitere Besucher geschaffen werden. Vergangenheit soll hier nicht nur in Ausstellungen erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar und mit allen Sinnen erlebt werden können.

Damit könnte die „Kinderalpe Bierenwang“ zu einem wichtigen Bestandteil des Bergbauernmuseums werden und insbesondere das Angebot für Familien, Kindergärten und Schulen erweitern.

Von links: Stadträtin Karin Hagenauer, Stadtrat Florian Hierl und der Betriebsleiter des Bergbauernmuseums Thilo Kreier erläutern die Pläne für die Alpe Bierenwang. Foto: Herbert Waibel


Investition in die Zukunft des Bergbauernmuseums

Die Kostenberechnung für den Wiederaufbau der Alpe Bierenwang einschließlich des beheizbaren Kellergeschosses und der Ausstellung beläuft sich auf rund 2,7 Millionen Euro brutto.

Davon sollen rund 755.000 Euro durch Fördermittel, Drittmittel und Eigenmittel finanziert werden. Für den verbleibenden Finanzierungsbedarf von rund 1,945 Millionen Euro ist folgende Aufteilung vorgesehen:

Bezirk Schwaben: 972.500 Euro (50 Prozent)

Landkreis Oberallgäu: 486.250 Euro (25 Prozent)

Stadt Immenstadt: 486.250 Euro (25 Prozent)

Voraussetzung für die Umsetzung ist die entsprechende Zustimmung der zuständigen Gremien von Bezirk, Landkreis und Stadt.

Mehrwert für Einheimische und Gäste

In der Diskussion machten die Stadträte Karin Hagenauer und Florian Hierl deutlich, dass sie in dem Projekt einen großen Mehrwert sehen – nicht nur für den Tourismus, sondern vor allem auch für die Menschen in der Region und für Schulen.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Infrastruktur des Museums. Ein weiteres Schlechtwetterangebot und zusätzliche Möglichkeiten zum Sonnenschutz könnten dazu beitragen, dass Familien das Bergbauernmuseum unabhängig von der Witterung besuchen und dort einen abwechslungsreichen und zugleich kostengünstigen Tag verbringen können.

Auch die Verbesserung der sanitären Einrichtungen wurde von den Teilnehmern der Fraktionssitzung als wichtiger Vorteil hervorgehoben.

Der Vorsitzende der Wählergemeinschaft „die Aktiven“, Herbert Waibel, fasste die Diskussion zusammen:

„Hoffentlich findet dieses Projekt mit Unterstützung unserer Stadträte im Stadtrat eine Mehrheit. Diese Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Mit der Wiedererrichtung der historischen Alpe Bierenwang besteht die einmalige Chance, ein wichtiges Gebäude unserer Allgäuer Kulturlandschaft zu erhalten, es wieder aufzubauen und mit neuem Leben zu erfüllen.“

Die Wählergemeinschaft „die Aktiven“ unterstützt daher die Umsetzung des Konzepts „Kinderalpe Bierenwang“ und sieht darin eine Investition in die Zukunft des Bergbauernmuseums – für Kinder und Familien, für Schulen und Einheimische ebenso wie für die Gäste unserer Stadt.

Herbert Waibel