Was lange währt, wird endlich gut – Familie Hierl schafft mit der neuen Seestraße Raum für Entwicklung in Bühl

Groß war die Freude bei allen Beteiligten, als die Verlegung der Seestraße in Bühl nach langer Planungs- und Vorbereitungszeit in vergleichsweise kurzer Bauzeit erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Florian Hierl begrüßt alle Anwesenden. Im Hintergrund ehemalige und aktuelle Stadträtinnen und Stadträte, Bürgermeister Nico Sentner und Mitarbeiter der Stadtverwaltung
Florian Hierl begrüßt, im Hintergrund Familie Hierl, Vertreter der Baufirmen, Pfarrer Epp und Bühler Bürger

In seiner Dankesrede erinnerte Florian Hierl an die ersten Überlegungen zur Verlegung der Seestraße im Immenstädter Stadtrat. Dazu zitierte er aus einem kommentierten Bericht über die Stadtratssitzung vom 19. Mai 2011, den Herbert Waibel damals auf der Homepage der Wählergemeinschaft „die Aktiven“ veröffentlicht hatte ( https://www.dieaktiven.de/blog/2011/05/19/ergebnisse-der-stadtratssitzung-vom-19-mai-2011/auf 19. Mai 2011 3.3 Verlegung der Seestraße ):

„Nach einer z.T. unübersichtlichen Diskussion (u.a. schlug StR Werner Oppold vor, die Seestraße von der Tankstelle B 308 bis zum Alpseehaus zu verlegen und die Nepomuk-Brücke für den allgemeinen Verkehr zu sperren) wurde gegen 22.15 Uhr entschieden, die Entscheidung über die Fortführung des Planungsprozesses der Verlegung der Seestraße zu vertagen.

Nächsten Mittwochabend, 25. Mai, Uhrzeit noch offen, soll zu diesem Thema in Bühl eine Bürgerversammlung durchgeführt werden. Die Debatte soll dann an der Stadtratssitzung am Donnerstag weitergeführt und u.U. entschieden werden.

Kommentar: Bei der Diskussion um die Verlegung der Seestraße ist unser Stadtratskollege Hierl Betroffener, da er seine Hofstelle erst nach einer Verlegung der Seestraße entwickeln kann. Unsere Fraktion hält eine Verlegung der Seestraße für Bühl/See aus Gründen der Ortsentwicklung und der Bewältigung der schwierigen Verkehrssituation, insbesondere in Saisonzeiten, für sinnvoll.

Herbert Waibel“

Mehr als 15 Jahre später ist aus den damaligen Überlegungen nun Realität geworden.

Florian Hierl bedankte sich bei allen, die zur Umsetzung des Projekts beigetragen haben – bei ehemaligen und aktuellen Stadträtinnen und Stadträten, Bürgermeister Nico Sentner, der Stadtverwaltung und insbesondere dem Baureferat, den beteiligten Arbeitern sowie dem Chef der ausführenden Baufirma, Markus Mägdefrau. Sein Dank galt außerdem dem Architekten Felix Schädler und Manuela Seeler vom beauftragten Planungsbüro.

Die Baukosten für die rund 330 Meter lange, nach Osten verlegte neue Seestraße belaufen sich auf rund 800.000 Euro. Die neue Trasse schafft gleichzeitig die Voraussetzung dafür, dass die bisherige Straßenfläche an die Familie Hierl zurückgegeben beziehungsweise gegen das neu geschaffene Straßengrundstück getauscht werden kann. Auf dem dadurch gewonnenen Gelände am Hierlhof soll künftig ein Hotel entstehen.

„Ohne die Verlegung der Straße wäre dieses Hotelprojekt nicht umsetzbar“, betonte Florian Hierl. Zugleich unterstrich er die Bedeutung des familiären Zusammenhalts: Gemeinsam wolle man die Voraussetzungen dafür schaffen, den traditionsreichen Hof weiterzuentwickeln und Zukunftsperspektiven für den Betrieb zu eröffnen.

Die neue Straße und der bereits begonnene Aufbau eines Nahwärmenetzes seien dabei wichtige erste Schritte. Über das Wärmenetz sollen unter anderem die Alte Schule, ein Gebäude der Katholischen Jugendfürsorge, der katholische Pfarrhof und die neue „Bühlerhöh“ mit Wärme versorgt werden. Mit der “alten Schule Bühl” wird das erste Haus seit Anfang September mit Wärme versorgt.

Als nächste Schritte nannte Hierl – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates – die Verlegung der Heizzentrale neben das alte Pumpenhäusle im kommenden Frühjahr. Für Herbst 2027 ist nach seinen Angaben der erste Bauabschnitt des geplanten Hotelprojekts vorgesehen.

Bürgermeister Nico Sentner betonte die besondere Bedeutung der privaten Investition: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Privatleute eine öffentliche Straße bezahlen.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass die neue Seestraße Teil einer Reihe von Veränderungen in Bühl ist.

Bürgermeister Nico Sentner

So konnte der Hochwasserschutz verbessert werden. Niederschlagswasser kann künftig kontrolliert in die Konstanzer Ach abgeleitet werden. Auch das Gelände rund um das Naturparkzentrum wird gerade neu gestaltet; im Naturparkzentrum entstand unter anderem ein neues Foyer für die Tourist-Information.

Eine weitere Veränderung betrifft den alten Parkplatz. In diesem Jahr wurde er an den erweiterten „P1 Alpsee“ verlegt. Dadurch soll die neue Seestraße künftig deutlich vom Verkehr entlastet und die Verkehrssituation in Bühl beruhigt werden.

Bürgermeister Sentner sicherte auch der geplanten Erweiterung des Hierlhofs seine Unterstützung zu. „Es handelt sich um einen heimischen Betrieb, der selbst investiert. Es muss gelingen, aus Tagesgästen mehr Übernachtungsgäste zu machen. Nur so lässt sich eine höhere Wertschöpfung aus dem Tourismus erzielen – und besonders Bühl profitiert davon.“

Markus Mägdefrau von der ausführenden Baufirma erläuterte in seinem Grußwort einige technische Eckdaten des Projekts. Sowohl die Verlegung des Parkplatzes als auch der Bau der neuen, rund 330 Meter langen Straße dauerten jeweils 77 Arbeitstage. Insgesamt wurden rund 2.950 Meter Rohrleitungen verlegt, 5.000 Quadratmeter Humus abgetragen und mehr als 6.600 Tonnen Kies, Schroppen, Schotter, Sand und Asphalt eingebaut.

Einen besonderen Dank richtete Mägdefrau an Susanne Hierl, die während der gesamten Bauzeit täglich für die Verpflegung der Bauarbeiter gesorgt hatte.

Zum Abschluss spendete Stadtpfarrer Helmut Epp, assistiert von Pfarrgemeinderätin Karin Hagenauer und Magnus, dem jüngsten Sohn der Familie Hierl, den künftigen Nutzern der neuen Straße sowie allen Anwesenden Gottes Segen.

Pfarrer Epp mit Pfarrgemeinderätin Karin Hagenauer und Magnus Hierl

Die neue Seestraße wurde von Pfarrer Helmut Epp gesegnet. Bei der symbolischen Freigabe (von links): Stadtpfarrer Helmut Epp, Bürgermeister Nico Sentner, Bauherr Florian Hierl, Markus Mägdefrau (Baufirma), Felix Schädler (Architekt) und Manuela Seeler (Planungsbüro). Alle Fotos: Herbert Waibel

Damit ist ein Vorhaben, über das bereits im Jahr 2011 im Stadtrat intensiv diskutiert wurde, nun Wirklichkeit geworden. Die neue Seestraße soll nicht nur für eine bessere Verkehrssituation sorgen, sondern zugleich neue Entwicklungsmöglichkeiten für den Hierlhof und damit für Bühl eröffnen.

Herbert Waibel